Natives Rapsöl als Treibstoff

 

Im April 2005 ging nach mehrjähriger Vorarbeit ein Blockheizkraftwerk (300 kVA el.) als Modell-Projekt in der Tschernobyl-Region mit Rapsöl als regenerativem Energieträger in Betrieb. Der Strom wird ins Netz eingespeist. Für die Erzeugung von Rapsöl als Treibstoff des BHKW gibt es eine für Belarus äußerst interessante Lösungsmöglichkeit. Ölpflanzen können auf radioaktiv verseuchten Böden angebaut werden. In der Pflanze ist die Radioaktivität praktisch nur in den Blättern und Stängeln (die nach der Verarbeitung in den belasteten Gebieten zurückbleiben) zu finden, während das Öl praktisch frei von Radioaktivität ist. Große Flächen in und am Rande der Sperrzone können nun für die Ölproduktion zur Versorgung des BHKW genutzt werden.

Das Projekt soll dazu beitragen, durch Anbau von Ölpflanzen eine landwirtschaftliche Nutzung in den radioaktiv besonders kontami¬nierten Gebieten wieder zu ermöglichen (mit den entsprechenden Arbeitsplätzen) und spin-off Effekte für Kolchosen zu nutzen. Damit wird eine landwirtschaftliche Nutzung von radioaktiv kontaminierten Böden möglich, ohne dass daraus im Gegensatz zur Nahrungs- und Futtermittelproduktion durch Inkorporation ein gesundheitlich relevantes Strahlenrisiko entsteht. In der Weiterführung des Projekts sind in der Region Maßnahmen zur Steigerung der Hektarerträge für Raps und eine Rapsmühle geplant. Projektpartner für dieses BHKW-Projekt in Choiniki am Rande der Sperrzone sind die Leitung des Landkreises Choiniki, das örtliche Milchwerk, in dem das BHKW steht, und die Internationale Sacharow-Umwelt-Universität, die in dieser Kreisstadt ein Ausbildungszentrum betreibt.